BERLIN — Während der Markt für KI-Begleiter und virtuelle Freundinnen rasant expandiert, rücken die Abrechnungspraktiken vieler Betreiber zunehmend in den Fokus deutscher Verbraucherschützer. Im Mittelpunkt der Kritik steht § 312k des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), der seit dem 1. Juli 2022 für alle im elektronischen Geschäftsverkehr geschlossenen Dauer-Abonnements eine leicht auffindbare Kündigungsschaltfläche vorschreibt.
Der gesetzliche Kündigungsbutton: Zwingendes Recht für Deutschland
Das Gesetz über faire Verbraucherverträge lässt keinen Interpretationsspielraum: Wer Verbrauchern in Deutschland ein kostenpflichtiges Online-Abonnement anbietet, muss auf seiner Website eine standardisierte, zweistufige Schaltfläche bereitstellen. Diese muss gut lesbar mit Formulierungen wie “Verträge hier kündigen” beschriftet sein und direkt zu einer Bestätigungsseite führen.
Entscheidend ist dabei die Zugänglichkeit: Der Kündigungsprozess darf nicht an ein zwingendes Login gebunden sein (etwa wenn Zugangsdaten vergessen wurden), und der Klickpfad darf nicht über unübersichtliche Hilfeseiten oder automatisierte Support-Tickets umgeleitet werden.
Transparente Abrechnung ohne Kündigungsfallen
Geprüfte Begleitplattformen mit unkomplizierter Kontoverwaltung, diskreten Zahlungsabrechnungen und sofortiger 1-Klick-Abo-Stornierung.
DreamCompanion verifizieren →Die Praxis ausländischer KI-Plattformen: Kündigungslabyrinthe
Stichprobenartige Audits der EmberGF-Redaktion zeigen, dass insbesondere Plattformen mit Firmensitz in den USA, Zypern oder Offshore-Jurisdiktionen deutsche Verbraucherschutzgesetze häufig ignorieren. Typische Missstände umfassen:
- Versteckte Menüpunkte: Kündigungsoptionen sind tief in Untermenüs für Abrechnungseinstellungen vergraben und mit absichtlich irreführenden Button-Farben (Dark Patterns) hinterlegt.
- Kündigung nur per E-Mail-Ticket: Nutzer werden aufgefordert, eine manuelle E-Mail an den Support zu senden, die oft erst nach Ablauf der nächsten Abrechnungsperiode beantwortet wird.
- Wiederholte Rabatt-Schleifen: Bevor eine Kündigung akzeptiert wird, müssen Nutzer bis zu vier Bestätigungsdialoge mit aggressiven Rabattangeboten wegklicken.
Sofortige Kündigung nach § 312k Abs. 6 BGB
Was viele Verbraucher nicht wissen: Stellt ein Anbieter den gesetzlichen Kündigungsbutton nicht ordnungsgemäß bereit, greift eine scharfe rechtliche Sanktion nach § 312k Abs. 6 BGB. Der Verbraucher kann das Abonnement in diesem Fall jederzeit und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist mit sofortiger Wirkung kündigen.
Wurde nach einer erklärten Kündigung dennoch Geld abgebucht, haben Kunden beste Aussichten bei ihrer Bank oder dem Kreditkartenanbieter: Durch die Vorlage der Kündigungs-E-Mail und den Verweis auf § 312k BGB lässt sich ein sogenanntes Chargeback (Kreditkarten-Rückbuchung) unkompliziert durchführen.
Empfehlungen für sichere Zahlungen
Um von vornherein vor unliebsamen Überraschungen geschützt zu sein, empfiehlt EmberGF:
- Nutzen Sie für Begleit-Abonnements nach Möglichkeit virtuelle Einmalkarten (z. B. über Revolut) mit festem Ausgabenlimit.
- Prüfen Sie vor dem ersten Kauf, ob im Kontomenü ein direkter “Subscription Cancel”-Button existiert.
- Dokumentieren Sie den Kündigungsvorgang stets mit Bildschirmfotos inklusive Zeitstempel.

